Exklusiv: Die neuen Digital Top 10 der Schweiz sind publiziert

Die Vision von digitalen, schnittstellenübergreifenden Prozessen hat Hochkonjunktur: Die Digital Top 10 prämieren aus einer grossen Fülle von Projekten die besten der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft. Die Jury liess sich vor allem davon leiten, ob die erfolgreiche Anwendung und der Mehrwert für die Praxis belegt sind.

Zürich, 14. Januar 2021. Wie eine digitale Bau- und Immobilienwelt in Zukunft aussehen könnte, ist in Umrissen schon erkennbar. Doch wird in der Praxis auch tatsächlich digital geplant, digital gebaut und digital bewirtschaftet? Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbes dokumentieren einen eindrücklichen Wandel: Längst werden nicht mehr bloss einzelne Vorgänge über Bits und Bytes abgewickelt.

Immer öfters sind es ganze Prozesse, die neu und end-to-end digital gestaltet sind. Nehmen wir als Beispiel die prämierte Innovation der VERIT Immobilien AG: Dem Bewirtschaftungsunternehmen ist es gelungen, das Onboarding neuer Mieter konsequent zu digitalisieren, vom ersten Kontakt bis zu den fertigen Namensschildern an der Wohnungstür.

 

Basler Westfeld: «Digitale Prozesslandschaft»

Unter den Gewinnern sind auch das Start-up allthings und die junge Basler Wohngenossenschaft wohnen&mehr. Interessant an dem ambitiösen Projekt «Westfeld» sind nicht nur die Dimensionen des neuen Stadtquartiers, sondern auch der hohe Grad an Digitalisierung. Der Technologiepartner hat dabei die Aufgabe, sämtliche digitalen Teilsysteme für Vermarktung, Vermietung, Mieterauswahl, Kommunikation, Wohnungsbezug etc. zu koordinieren und zu integrieren.

Ähnliche Kooperationen ziehen sich wie ein roter Faden durch viele erfolgreiche Digitalisierungsprojekte: Nicht selten handelt es sich um eine enge Kooperation von etablierten Unternehmen mit Start-ups, die die Branche gemeinsam auf einen konsequent digitalen Kurs bringen.

 

KI schätzt die Wiederaufbaukosten

Unter den Top 10 sind dieses Jahr auch überzeugende Eingaben der öffentlichen Hand und aus dem Kreis kantonaler Gebäudeversicherungen. Damit dokumentiert der Wettbewerb zugleich den Trend in Richtung E-Government. Ungewöhnlich weit fortgeschritten ist die Digitalisierung bei der Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVB): Die Schätzung der Versicherungs- bzw. Wiederaufbausumme erfolgt schon jetzt mit einem neu entwickelten Verfahren, das KI-gestützt ist. Für einfache Wohnbauten - und damit für Dossiers, die in sehr grosser Zahl anfallen – haben sich die digitalen Schätzungen als sehr zuverlässig erwiesen.

Der Kanton Bern hat als einer der ersten Kantone schon ab 2018 im Rahmen eines Pilotbetriebs mit digitalisieren Baubewilligungsverfahren gestartet. Nach erfolgreichen weiteren Tests wird das Projekt namens eBau dieses Jahr flächendeckend umgesetzt: Die Bauherrschaften und ihre Projektpartner haben damit jederzeit volle Transparenz über den Stand der Bewilligung und alle relevanten Dokumente. Zugleich können Unmengen an Formularen und Papier eingespart werden.

 

Themen Bau und Energie

Implenia zeigt mit einem Projekt bei der Kläranlage Werdhölzli, dass die konsequente Digitalisierung die Zusammenarbeit zwischen Baumeister, Bauingenieur, ausführenden Unternehmen etc. deutlich verbessert. Solche Technologien als Einzellösungen sind vielerorts im Einsatz, auf dieser Baustelle erfolgen aber sämtliche Vorgänge digital (modellbasierte Baustelle).

Eine neu entwickelte Software von Wüest Partner richtet sich speziell an grosse Investoren: Die webbasierte Plattform Construction&Development digitalisiert die Prozesse beim Kunden, sie bringt mehr Qualität mit umfangreichen Analysen und Auswertungen.

Von besonderer Relevanz sind dieses Jahr neue Tools zur Zustandserfassung und Planung energetischer Sanierungen: Das soeben neu lancierte Tool MyEnergyGuide erstellt auf dem Handy einen digitalen Zwilling eines Gebäudes, mitsamt Energietechnik und Ausstattung. Damit lässt sich im Handumdrehen ein Sanierungsplan mit vielen Zusatzinfos ausarbeiten (Kosten, CO2-Absenkpfad, Förderbeiträge).

Ins gleiche Kapitel fällt das ebenfalls ausgezeichnete digitale Heizungsmanagement godoo® - es ermöglicht eine vorausschauende Planung, schafft Transparenz und optimiert Servicearbeiten.

Die ImmoSparrow Parzellensuche von avobis vereint alle verfügbaren Informationen von 3,7 Millionen Parzellen in der ganzen Schweiz. Das Suchinstrument wird Projektentwickler und Investoren bei der Suche und Beurteilung von Parzellen wesentlich unterstützen.

Wiederum aus dem Bereich Bewirtschaftung und IT kommt das cloudbasierte, digitale Zutrittssystem unter dem Namen Dormakaba resivo. Für die Verwaltung entfällt das bisher aufwändige Schlüsselmanagement, die Mieterinnen und Mieter geniessen eine höhere Sicherheit und mehr Komfort.

Das Fazit ist klar: Die Digitalisierung bietet allen Akteuren in der Branche und ihren Kunden völlig neue Anwendungsmöglichkeiten und wesentlich mehr Effizienz.

 

Voting: Stimmen Sie ab, welche Innovationen Sie kennenlernen möchten!

Der Höhepunkt und Abschluss des Wettbewerbs «Digital Top 10» steht am 1. März am Digital Real Estate Summit in Brugg-Windisch auf dem Programm: Wir stellen Ihnen die «Digital Top 3» der Schweiz und den Finalisten aus Deutschland vor. Nehmen Sie an der Abstimmung teil und wählen Sie die Projekte aus den «Digital Top 10» aus, die Sie an der Veranstaltung im Detail kennenlernen möchten. Das Voting ist bis zum 4. Februar 2022 möglich.